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Ratingagenturen bewerten die Kreditwürdigkeit (Bonität) von Unternehmen und Ländern durch eine Buchstabenkombination (Ratingcode), die in der Regel von AAA bzw. Aaa (beste Qualität) bis D (zahlungsunfähig) reicht. Ratingagenturen sind private und ausschließlich gewinnorientierte Unternehmen. Lange Zeit genossen sie eine hohe Reputation. Ihre Ratings galten als allgemein anerkannte und zuverlässige Richtwerte, haben aber durch die Enron-Insolvenz und im Zusammenhang mit der Subprime-Krise 2007 stark an Glaubwürdigkeit verloren. Ratingagenturen beurteilen die Bonität von Unternehmen und Staaten nicht immer gesichert, wie mehrere Zahlungsausfälle bei Schuldnern mit mittlerem und sogar vereinzelt auch gutem Rating beweisen. Die beiden bekanntesten Ratingagenturen, die den größten Teil der Unternehmen und Länder weltweit beurteilen, sind Standard & Poor’s und Moody's. Als dritter größerer Wettbewerber hat sich als erste nichtamerikanische Agentur Fitch Ratings aus London etabliert. Daneben existieren weitere, von verschiedenen Aufsichtsbehörden anerkannte, Ratingagenturen. Manche davon haben sich auf bestimmte Marktsegmente spezialisiert. Daneben existiert eine weitere Form von Ratingagentur, die sich allerdings nicht auf die Bewertung der Schuldnerbonität bezieht, sondern auf die Beurteilung von Investmentfonds. Die beiden wichtigsten internationalen Anbieter in diesem Bereich sind Morningstar sowie Lipper, eine Tochtergesellschaft von Reuters. Zu den Ratingagenturen, die sich auf mittelständische Unternehmen spezialisiert haben zählen neben Euler Hermes, die Creditreform-Rating sowie die MAR-Rating.
FinanzierungRatingagenturen verlangen ein Honorar für ihre Dienstleistungen. Durch ein 1975 beschlossenes Gesetz der amerikanischen Börsenaufsicht (SEC) sind Unternehmen dazu verpflichtet, sich mindestens von zwei zugelassenen Ratingagenturen bewerten zu lassen, ehe sie auf den amerikanischen Kapitalmarkt agieren können. Zugelassen sind nur Standard & Poor's, Moody's und Fitch Ratings. KritikWegen dieser "Quasi-Monopolstellung" stehen die drei großen Ratingagenturen in der Kritik. Gemeinsam haben sie einen Marktanteil von 93 %. Die Unabhängigkeit von Ratingagenturen steht seit der Insolvenz des Enron-Konzerns zunehmend in der Kritik. Dem Konzern wurde seitens der Ratingagentur Standard & Poor's noch fünf Tage vor dessen Zusammenbruch beste Bonität bescheinigt. Kritisiert werden ebenfalls die Bewertung von Unternehmen und ganzen Volkswirtschaften anhand öffentlich nicht zugänglicher, mathematischer Formeln. Es ist das Unternehmensgeheimnis einer Ratingagentur, welche Faktoren sie überhaupt berücksichtigt und wie diese gewichtet werden. Außerdem wird kritisiert, dass "weiche" Faktoren wie bspw. die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens ohnehin nur schwer in einer Zahl ausgedrückt werden können. Im Zuge der Subprime-Krise 2007/2008 hat sich die Kritik gegenüber den Ratingagenturen weiter verschärft und nicht nur in den USA eine politische Debatte auf höchster Ebene ausgelöst. Die Ratingagenturen stehen in der Kritik, mit der Vergabe teilweise unrealistisch hoher Ratings, oft gar mit der Bestnote AAA bewertete verbriefte Wertpapiere den Marktteilnehmern eine viel zu hohe Sicherheit vermittelt zu haben und so für die Finanzmärkte einen falschen Anreiz geschaffen zu haben. Die Glaubwürdigkeit der Ratingagenturen bzw. die Aussagekraft der von ihnen vergebenen Ratings wird seit dem Ausbruch der Subprime-Krise stark in Frage gestellt. Dies spiegelt sich auch in den Anleihenkursen bzw. den Risikoaufschlägen wider, die oft bei weitem nicht mit den entsprechenden Ratings übereinstimmen. Siehe auchLiteratur
QuellenWeblinks
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